Ökobilanz von Gartenmöbeln: Materialien im Vergleich
Gartenmöbel sind einer doppelten Belastung ausgesetzt: der Witterung und der Zeit. Wer sich für ein Material entscheidet, trifft damit auch eine Entscheidung über die Lebensdauer des Möbelstücks und über dessen ökologischen Fußabdruck. Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft schneidet in der Ökobilanz gut ab, solange es nicht tropischer Herkunft ist und regelmäßig gepflegt wird. Teak oder Eukalyptus halten Jahrzehnte, benötigen aber Öl oder Lasur, damit sie nicht grau werden und Risse bilden. Ohne Pflege sinkt die Lebensdauer deutlich, und die ursprünglich positive Bilanz verschlechtert sich.
Metall, insbesondere Aluminium, ist langlebig und wetterfest. Die Herstellung ist energieintensiv, doch recyceltes Aluminium reduziert den Energiebedarf erheblich. Stahl rostet ohne Beschichtung, pulverbeschichtete Varianten halten jedoch viele Jahre. Ein interessanter Ansatz für langlebige und pflegeleichte Möbel ist der Einsatz von recyceltem Kunststoff im Möbelbau, der weder streichen noch ölen muss und Feuchtigkeit dauerhaft widersteht. Polywood oder ähnliche Verbundwerkstoffe aus recyceltem HDPE sind UV-beständig und splittern nicht. Die Ökobilanz hängt hier stark von der Herkunft des Rezyklats ab.
Kunststoff hat in der öffentlichen Wahrnehmung einen schlechten Ruf, doch bei Gartenmöbeln relativiert sich das. Ein Stuhl aus recyceltem Kunststoff, der zwanzig Jahre hält, verursacht über den Lebenszyklus weniger Emissionen als ein Holzstuhl, der alle fünf Jahre neu gestrichen und nach zehn Jahren ersetzt wird. Entscheidend sind die Qualität des Rezyklats und die Rücknahmemöglichkeit am Ende der Nutzung. Billige Neuware aus Primärplastik schneidet dagegen schlecht ab, weil sie oft schon nach wenigen Saisonen spröde wird.
Wer die Ökobilanz ernst nimmt, sollte auf drei Dinge achten: nachweisbare Herkunft des Materials, Reparierbarkeit der Verbindungen und eine lange Garantie. Holz aus Europa, recyceltes Aluminium und zertifizierte Kunststoffverbundstoffe sind die beste Wahl. Entscheidend ist weniger das Material allein als die Kombination aus Pflegeaufwand, Lebensdauer und Entsorgungsweg. Ein Möbelstück, das dreißig Jahre im Garten steht, ist ökologisch fast immer besser als eines, das nach fünf Jahren ersetzt wird.