Second-Hand-Möbel prüfen: Stabilität, Beschläge, versteckte Schäden
Der Kauf gebrauchter Möbel kann ein echtes Schnäppchen sein, aber auch eine teure Enttäuschung. Anders als im Möbelhaus fehlt die Gewährleistung, und der Vorbesitzer hat oft wenig Interesse, auf Schwachstellen hinzuweisen. Wer ein Sofa, einen Schrank oder einen Tisch aus zweiter Hand erwirbt, sollte deshalb vor dem Bezahlen genau hinsehen. Ein kurzer Check vor Ort spart später Ärger, Geld und möglicherweise eine Menge Arbeit.
Zuerst prüft man die Stabilität des gesamten Möbelstücks. Bei einem Stuhl oder Tisch wackelt man vorsichtig an den Beinen und dreht das Objekt auf den Kopf. Lose Verbindungen, Risse im Holz oder ausgebrochene Dübel sind ein Warnsignal. Bei Sofas drückt man kräftig auf Sitzfläche und Rückenlehne, um zu spüren, ob der Rahmen nachgibt. Ein Blick unter den Bezug lohnt sich: Sind die Federn noch fest, oder hängen sie durch? Wer später Gebrauchte Möbel zerlegen und transportieren möchte, sollte außerdem wissen, ob sich das Stück überhaupt zerlegen lässt, ohne weiteren Schaden zu nehmen. Verschraubte oder gesteckte Verbindungen sind ein gutes Zeichen, verleimte oder genagelte eher nicht.
Die Beschläge verdienen besondere Aufmerksamkeit. Scharniere, Schubladenschienen und Griffe sind Verschleißteile. Man öffnet und schließt jede Tür und jede Schublade mehrmals. Klemmt etwas, quietscht es, oder schließt die Tür nicht bündig? Bei Metallbeschlägen achtet man auf Rost, gerade bei Gartenmöbeln oder Stücken aus feuchten Räumen. Fehlende Schrauben oder abgebrochene Zapfen lassen sich oft ersetzen, aber das kostet Zeit und manchmal viel Geld. Ein genauer Blick auf die Innenseiten der Schubladen verrät, ob sie stark belastet wurden. Ausgefranste Kanten oder Risse im Furnier deuten auf häufigen Gebrauch hin.
Versteckte Schäden zeigen sich oft erst auf den zweiten Blick. Dazu gehören Holzwurmlöcher, Schimmelspuren an der Rückseite oder aufgequollene Stellen an furnierten Flächen. Letztere entstehen durch Feuchtigkeit und lassen sich kaum reparieren. Bei Polstermöbeln riecht man am Stoff: Modergeruch oder Tiergeruch hängen oft tief im Schaumstoff und gehen auch nach einer Reinigung nicht weg. Auch ein Blick auf die Unterseite lohnt sich, denn dort verstecken sich oft Risse oder provisorische Reparaturen. Wer all diese Punkte prüft, kauft bewusster und vermeidet böse Überraschungen nach dem Transport.