Schallschutz im Altbau verbessern: dünne Wände, alte Türen
Altbauten haben Charme, aber selten eine gute Akustik. Dünne Innenwände aus Ziegel oder Leichtbau, dazu alte Kastentüren mit breiten Fugen – so wandert jedes Wort ungefiltert durch die Wohnung. Wer hier etwas ändern will, muss nicht gleich Wände aufreißen. Oft reicht es, die Schwachstellen systematisch anzugehen: Fugen, Türblätter, Wandflächen und den Fußboden. Entscheidend ist, wo der Schall tatsächlich entweicht, bevor man Geld in Maßnahmen steckt, die kaum Wirkung zeigen.
Der größte Hebel bei alten Türen ist die Dichtung. Ein Türblatt mit zwei bis drei Millimetern Spalt rundherum lässt so viel Schall durch wie ein offenes Fenster. Wer Türdichtungen an Innentüren nachrüsten möchte, findet dort praktische Anleitungen, die ohne Türtausch auskommen. Zusätzlich hilft eine Absenkdichtung am Boden, die beim Schließen automatisch ausfährt. Bei alten Kastentüren lohnt sich außerdem, das Türblatt mit einer schweren Schicht zu belegen – etwa einer dünnen MDF-Platte oder Schalldämmfolie. Masse dämpft, und schon zwei Kilogramm pro Quadratmeter machen hörbar einen Unterschied.
Bei dünnen Wänden ist der Aufwand größer, aber machbar. Eine Vorsatzschale aus Metallprofilen, Mineralwolle und zwei Lagen Gipskarton bringt schnell 10 bis 15 Dezibel. Wichtig ist die entkoppelte Montage: Profile dürfen die bestehende Wand nicht berühren, sonst überträgt sich der Schall direkt. Steckdosen und Schalter auf beiden Seiten sollten versetzt sitzen, denn jedes Loch in der Wand ist eine Schallbrücke. Wer keine Vorsatzschale will, kann alternativ eine Akustikplatte direkt auf die Wand kleben – das bringt weniger, kostet aber auch weniger und spart Raum.
Nicht vergessen: Auch der Fußboden und die Decke spielen mit. Ein Teppich oder eine Trittschalldämmung unter Parkett reduziert den Schall, der über den Estrich in die Nachbarwohnung wandert. Und wo Rohre durch Wände führen, gehört die Durchführung mit dauerelastischem Kitt abgedichtet. Wer diese Punkte der Reihe nach abarbeitet, bekommt im Altbau eine spürbare Verbesserung – ohne die Wohnung komplett zu entkernen.