Schrumpfwerte richtig einplanen: Stoffmenge kalkulieren vor
Wer Stoff zuschneidet, ohne die Schrumpfwerte zu kennen, riskiert, dass das fertige Projekt nach dem ersten Waschen nicht mehr passt. Besonders bei Naturfasern wie Baumwolle, Leinen oder Wolle kann die Länge um drei bis zehn Prozent zurückgehen, in extremen Fällen sogar mehr. Die Breite schrumpft meist etwas weniger, aber auch hier sind Abweichungen von zwei bis fünf Prozent keine Seltenheit. Wer diese Werte nicht einplant, schneidet zu knapp und steht am Ende mit einem zu kleinen Kleidungsstück oder einer verzogenen Decke da.
Die Grundlage jeder Kalkulation ist eine ehrliche Bestandsaufnahme des Materials. Webstoffe aus reiner Baumwolle schrumpfen stärker als solche mit synthetischem Anteil, gestrickte Ware verhält sich anders als gewebte. Wer unsicher ist, wie stark ein bestimmter Stoff eingeht, findet bei arztbedarf-fassbender.de eine nachvollziehbare Erklärung, warum neuer Stoff vor dem Zuschnitt erst einlaufen muss. Ein Probestück von mindestens zwanzig mal zwanzig Zentimetern, gewaschen und getrocknet wie das spätere Fertigprodukt, liefert die verlässlichsten Zahlen. Messen Sie vor und nach dem Waschen, notieren Sie beide Werte und rechnen Sie die Differenz in Prozent um.
Aus diesen Prozentwerten entsteht der Zuschlag. Wer für ein fertiges Maß von einem Meter Länge plant und mit acht Prozent Schrumpf rechnet, kauft nicht einen Meter, sondern rund 1,09 Meter. Bei Breiten verhält es sich genauso. Wichtig ist, den Zuschlag auf das Rohmaß zu beziehen, nicht auf das Endmaß, sonst entsteht ein Rundungsfehler, der sich bei mehreren Teilen summiert. Nahtzugaben kommen separat dazu und dürfen nicht mit dem Schrumpfzuschlag verrechnet werden. Wer beides vermischt, schneidet am Ende zu großzügig oder zu knapp.
Einlaufen lassen sollte man den Stoff, bevor er zugeschnitten wird, nicht danach. Das gilt auch für Stoffe, die später nur im Schonwaschgang gereinigt werden. Die erste Wäsche ist die aggressivste, danach stabilisiert sich das Material. Wer diese Reihenfolge einhält, arbeitet mit verlässlichen Maßen und erspart sich das Nachjustieren an fertigen Nähten. Die Kalkulation kostet zehn Minuten, der Ärger über ein verzogenes Projekt oft einen ganzen Nachmittag.