Sessel mit durchgesessener Sitzfläche erkennen und richtig handeln
Ein Sessel mit durchgesessener Sitzfläche verliert nicht nur an Komfort, sondern auch an optischer Attraktivität. Die ersten Anzeichen sind meist ein leichtes Absinken der Polsterung, gefolgt von sichtbaren Mulden und einem unangenehmen Sitzgefühl. Wer genau hinsieht, bemerkt oft auch, dass die Federung nicht mehr gleichmäßig nachgibt oder dass der Bezug Falten wirft. In vielen Fällen lässt sich der Zustand jedoch objektiv beurteilen, indem man den Sessel auf eine ebene Fläche stellt und prüft, ob die Sitzfläche noch waagerecht ist. Schon ein kleiner Neigungswinkel verrät, dass die Polsterung nachgegeben hat. Wer sich unsicher ist, ob eine Reparatur sinnvoll ist, findet in einem Beitrag über den durchgesessenen Sessel hilfreiche Kriterien zur Entscheidungsfindung.
Ob sich das Polstern lohnt, hängt von mehreren Faktoren ab. Zunächst spielt der Zustand des Gestells eine entscheidende Rolle: Ist der Rahmen aus Massivholz oder stabilem Metall und frei von Rissen, lohnt sich der Aufwand meist. Handelt es sich um ein hochwertiges Markenmöbelstück mit Federkern, das nur an der Sitzfläche verschlissen ist, steht einer Aufpolsterung nichts im Wege. Anders sieht es bei billigen Pressspanmöbeln aus, bei denen häufig auch die Verbindungen gelockert sind – hier übersteigen die Kosten oft den Restwert. Ein weiteres Kriterium ist der emotionale Wert: Ein Erbstück oder ein Sessel mit besonderem Design rechtfertigt eher eine Investition als ein anonymes Massenprodukt. Zudem sollte man prüfen, ob Ersatzteile wie Gurte, Federn oder Schaumstoffe in passender Qualität erhältlich sind.
Die eigentliche Polsterung besteht meist aus mehreren Schichten. Unter dem Bezug verbirgt sich ein Polsterkern, der entweder aus Schaumstoff, Latex oder Federkern besteht. Bei durchgesessenen Sitzflächen ist häufig der Schaumstoff dauerhaft verformt oder die Gurte unter der Sitzfläche haben ihre Spannung verloren. In solchen Fällen reicht es nicht, nur den Bezug zu straffen – vielmehr müssen die tragenden Elemente erneuert werden. Wer handwerklich geschickt ist, kann dies selbst übernehmen, indem er alte Gurte durch neue ersetzt und den Schaumstoffkern austauscht. Für Laien empfiehlt sich jedoch ein professioneller Polsterer, der auch die Federung neu aufbaut. Die Kosten für eine solche Reparatur liegen oft bei einem Drittel bis zur Hälfte eines vergleichbaren Neumöbels, was sich bei guter Qualität durchaus rechnen kann.
Letztlich bleibt die Entscheidung eine Abwägung zwischen Aufwand, Kosten und Nutzen. Ein Sessel mit durchgesessener Sitzfläche muss nicht sofort entsorgt werden. Wer die Zeichen rechtzeitig erkennt und die Polsterung fachgerecht erneuern lässt, kann viele Jahre Freude an seinem Möbelstück haben. Bei minderwertiger Ausführung oder wenn mehrere Schäden zusammenkommen, ist ein Neukauf jedoch meist die vernünftigere Wahl. Eine gründliche Prüfung vor der Entscheidung erspart Enttäuschungen und unnötige Ausgaben.